Was Sie über Abführmittel wissen sollten

Viele kennen es: Man fährt in den Urlaub und das Verdauungsorgan fängt an zu streiken.

Das liegt daran, dass der Darm aus dem üblichen Trott herausgebracht wurde und sich nun an die neuen Begebenheiten anzupassen hat.

Es ist bei jedem unterschiedlich, wie lange die Umstellung dauert und wie häufig die Entleerung des Darms erfolgt. Verstopfung ist so leicht nicht definierbar.

Unter diesem Begriff versteht man jedoch ein starkes Pressen, klumpigen, harten Stuhl und das Gefühl, dass der Darm nicht komplett geleert wurde.

Wenn es beim Entleeren des Stuhls mehr als drei Monate Probleme gibt, liegt möglicherweise eine chronische Verstopfung vor.

Bei dieser ist ein Arzt aufzusuchen. Auch sollte man sich an ihm unbedingt wenden, falls sowohl die Verstopfung als auch andere Symptome vorkommen oder der Stuhlgang für längere Zeit vollständig ausbleibt.

Vor allem im Urlaub ist es häufig schon hilfreich, sich sportlich zu betätigen und genügend Wasser zu trinken.

Außerdem empfiehlt es sich, ausreichend Gemüse und Obst zu essen. Haben Sie vor, ein Abführmittel einnehmen zu wollen, ist es wichtig, davor mit einem Arzt oder dem Fachpersonal in einer Apotheke darüber zu sprechen.

 

Wie abführende Mittel ihre Wirkung entfalten

Auf unterschiedliche Art regen sie die Verdauung an. Wenn Sie sich ein Mittel per Einlauf oder ein Zäpfchen über den After einführen wollen, wirken die Abführmittel besonders schnell.

Etwas Geduld benötigen Sie beim Einnehmen des Medikaments als Lösung oder Tablette.

Es kann je nach Präparat sechs bis zehn Stunden dauern, bis es zur abführenden Wirkung kommt.

Oft gelangen Substanzen wie Glyzerin oder Paraffin als Klistier oder Zäpfchen in den letzten Abschnitt vom Darm. Durch sie entsteht auf der Darmwand ein gleitfähiger Film.

Dieser sorgt dafür, dass es zur Entleerung des Darminhalts kommt. Arzneistoffe wie Natriumsulfat (Glaubersalz) oder Magnesiumsulfat (Bittersalz) haben einen anderen Effekt: Sie halten im Darminneren Wasser und Elektrolyte zurück, woraufhin diese den Stuhlgang ankurbeln.

Macrogol und Lactulose wirken ähnlich, wobei sie lediglich Wasser binden und dadurch den Stuhl aufweichen. Unmittelbar an der Darmwand greifen bestimmte pflanzliche Abführmittel an, zu welchen unter anderem Sennesblätter und Aloe zählen.

Die Stoffe, die darin enthalten sind, verhindern die Aufnahme von Elektrolyten und Wasser von der Darmschleimhaut und unterstützen gleichzeitig deren Einstrom in das Darminnere.

Aufgrund dessen sammelt sich im Verdauungstrakt vermehrt salzhaltiges Wasser, das die Entleerung des Darms beschleunigt. Auf dem gleichen Weg entfalten die chemischen Substanzen Natriumpicosulfat und Bisacodyl ihre Wirkung.

Quellmittel hingegen verhalten sich anders. Dem Namen nach quellen sie im Verdauungstrakt auf, indem diese Wasser binden.

So vergrößern die Arzneistoffe den Darminhalt. Gleichzeitig weichen diese den Stuhl sozusagen ein, woraufhin er gleichfähiger wird.

Jedoch ist es möglich, dass zwei bis drei Tage vergehen, bis der erforderliche Effekt eintritt. Inhaltsstoffe aus indischen Flohsamen oder Leinsamen haben so einen mild abführenden Effekt. Dabei ist es allerdings wichtig, dass man ausreichend trinkt.

Denn wenn im Darm zu wenig Flüssigkeit zu finden ist, können diese Quellmittel schlimmstenfalls einen Darmverschluss hervorrufen.

Wer an Nieren- oder Herzerkrankungen leidet und deswegen lediglich bestimmte Flüssigkeitsmengen einnehmen darf, sollte beim Auswählen eines Abführmittels diesen Punkt mit dem Apotheker oder Arzt besprechen.

 

Welche Nebenwirkungen durch Abführmittel auftreten können

Oft sind Abführmittel gut verträglich. Trotz allem ist es möglich, dass sie Nebenwirkungen verursachen. Sie können unter Umständen zum Beispiel leichte Bauchkrämpfe verspüren oder Blähungen bekommen, wenn das Arzneimittel anfängt zu wirken.

Es ist wichtig, dass Abführmittel lediglich für kurze Zeit eingenommen werden, ausgenommen Ihr Arzt verordnet ausdrücklich eine längerfristige Anwendung.

Denn zunächst muss man bei länger dauernden Verstopfungen immer dem Auslöser klären und außerdem kann der Verdauungstrakt erneut träge werden, wenn das entsprechende Abführmittel zu oft oder zu lange zum Einsatz kommt.

Des Weiteren bringen Wirkstoffe, welche im Darm Salz zurückhalten, den Elektrolythaushalt im Körper durcheinander. Bei permanentem Gebrauch fehlen dann dem Organismus Mineralstoffe wie Kalium und Natrium.

Daraus können ernsthafte Folgen, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, auftreten.

Sie sollen auch berücksichtigen, dass es möglicherweise zu Wechselwirkungen mit weiteren von Ihnen verabreichten Medikamenten kommt.

 

Wichtige Hinweise bei der Anwendung der Abführmittel

Es ist entscheidend, dass Sie sich die Packungsbeilage durchlesen. Oft genügt es, wenn das Präparat lediglich einmal eingenommen wird.

Bei der Benutzung eines Einlaufs oder Zäpfchens sollten sie am besten in der Nähe einer Toilette bleiben, da die Mittel ganz schnell wirken.

Wer eine Lösung oder Tablette bevorzugt, nimmt sie besser abends vor dem Zubettgehen ein.

Weil die Abführmittel sechs bis zehn Stunden brauchen, bis sie wirken, äußert sich der Effekt dann am nächsten Morgen. Werden Floh- oder Leinsamen aufgenommen, sollten Sie unbedingt genügend trinken.

Im Übrigen können Verstopfungen vorgebeugt werden, wenn Sie sich im Alltag genügend bewegen, ausreichend Wasser trinken und sich ballaststoffreich ernähren.

(Visited 1 times, 7 visits today)
Teile mit deinen Freunden
  •  
  •  
  •  

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!
Datenschutz | Impressum