Was ist besser: frisches oder gefrostetes Gemüse?

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen, schmackhaft und gesund – so sollen frisches Gemüse und Obst sein. Können tiefgekühlte Naturprodukte da mithalten?

Ist Ware, die aus dem konservierenden Kälteschlaf kommt, eine akzeptable Alternative? Und wie geht der Verbraucher am besten mit Tiefkühlkost um? Es lohnt sich, diese Fragen einmal zu beleuchten.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, nichts gehe über frisches Obst und Gemüse, tiefgekühltes sei allenfalls zweitklassig. Doch bei genauerem Hinschauen stellt sich heraus, dass dies ein Irrglaube ist. Tatsächlich kann tiefgefrorene und vorschriftsmäßig verwendete Ware die vermeintlich frischen Produkte sogar übertrumpfen. Das hat verschiedene Gründe.

 

Vorsicht mit dem Begriff “frisch”

Frische wird automatisch mit Qualität gleichgesetzt. Doch gerade bei Gemüse ist der Begriff „frisch“ häufig irreführend. Denn bis Bohnen oder Brokkoli, Rosenkohl oder Kohlrabi im heimischen Kochtopf ankommen, haben sie in der Regel schon einen mehr oder wenigen weiten Weg hinter sich – es sei denn, man hat den eigenen Garten als Quelle und dann wirklich ernte- oder eben gartenfrisches Gemüse zur Hand.

Frisches Gemüse im Winter

Gerade bei Gemüse ist der Begriff „frisch“ häufig irreführend.

Was im Supermarkt, Discounter und mitunter auch auf dem Wochenmarkt angeboten wird, ist aber schon (zwischen-) gelagert worden und mit Luft in Berührung geraten. Das ist den wichtigen Nährstoffen des Gemüses abträglich. Besonders die sensiblen Vitamine verflüchtigen sich, wenn sie Sauerstoff, Licht und Wärme ausgesetzt werden.

Werden die angeblich taufrischen Produkte noch länger aufbewahrt, sinkt ihr gesundheitlicher Wert weiter. So büßt bei normaler Zimmertemperatur gelagertes Gemüse pro Tag rund 20 Prozent seines Gehalts an Vitamin C ein. Im Kühlschrank verläuft dieser Prozess zwar langsamer, aber auch hier sollte man darauf achten, die Vorräte möglichst rasch zu verarbeiten.

 

Tiefkühlware bewahrt Vitamine

Wer es aber nicht schafft, farbenfrohe Früchte und anfangs knackfrisches Gemüse schnell zu einer schmackhaften Mahlzeit zu verarbeiten, sollte ruhig zu tiefgekühlter Ware greifen. Sie ist wesentlich besser als der zweifelhafte Ruf, in dem sie bei etlichen Konsumenten noch immer steht. Die Ernährungswissenschaftlerin Anja Markant bestätigt dies.

Tiefkühlware bewahrt Vitamine

Tiefkühlware bewahrt Vitamine

Sie ist Professorin an der Fachhochschule Münster und lehrt und forscht im Fachbereich Oecotrophologie. Tiefkühlgemüse enthalte mehr Vitamine als zu lange gelagertes Frischgemüse, betont die Expertin.

Dies hat mit den speziellen Vorgängen beim fachgerechten Frosten von Lebensmitteln zu tun. So werden Gemüsesorten wie grüne Brechbohnen, Wirsing oder Spinat sofort nach der Ernte blanchiert und schockgefrostet – bei Temperaturen von minus 30 bis 50 Grad. Natürliche Alterungs- und Abbauprozesse werden dadurch unterbrochen, wichtige Nährstoffe und die Zellstruktur des Gemüses bleiben jedoch erhalten.

Für die Verwendung von Tiefkühlgemüse spricht außerdem, dass es schon fertig vorbereitet ist und in der Küche also keinen Abfall mehr verursacht. Weitere Vorteile sind die lange bzw. längere Lagerfähigkeit und die ständige Verfügbarkeit – eine umsichtige Vorratshaltung vorausgesetzt.

Aufpassen bei der Verarbeitung

Bei sachgemäßem Umgang „erwachen“ TK-Produkte wie frisch aus dem Kälteschlaf. Aber besonders beim Transport und beim Auftauchen ist einiges zu beachten. Um die Bildung von Keimen zu verhindern, dürfe die Kühlkette nicht unterbrochen werden, betont Anja Markant. Die Fachfrau rät, die erworbene Ware in einer isolierenden Kühltasche zu transportieren. Für die Aufbewahrung in Gefriertruhe oder Tiefkühlfach reicht eine Temperatur von – 18 Grad, die aber nicht unterschritten werden sollte.

Wichtig ist auch, stets das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum zu beachten. Denn auch Tiefkühlkost ist nicht unbegrenzt haltbar. Der Qualitätsverlust bis hin zum Verderb geht aber deutlich verlangsamt vor sich.

Die Ernährungswissenschaftlerin warnt, einmal aufgetautes Gemüse längere Zeit bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank aufzubewahren. Gefrostete Produkte sollten direkt in die Pfanne oder den Kopftopf gegeben und nach Anweisung erhitzt und gegart werden. Die Garzeit ist meistens geringer als bei Frischware. Für Obst gilt, es möglichst unmittelbar nach dem Auftauen zu essen oder zu verarbeiten.

Quintessenz: Ja, Tiefkühlgemüse kann unbedenklich auf den Tisch kommen!

Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Tiefkuehlkost-oder-frisches-Gemuese-besser-436921.html

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