Entwässerungstabletten (Diuretika) – helfen die Wirklich?

 
Die Schuhe sind zu eng, die Beine schwer wie Blei und der Ehering zu klein? Mitunter können Wassereinlagerungen dafür verantwortlich sein.
 
Geschwollene Finger, Füße oder Beine sind keine Seltenheit; das Spannungsgefühl, das durch die Wassereinlagerungen herbeigeführt wird, ist jedoch unangenehm.
 
Geschwollene Finger, Füße oder Beine
 
Helfen können sogenannte Diuretika – auch als Entwässerungstabletten bekannt.
 
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Die – wie sie auch gerne genannt werden – Wassertabletten helfen dabei, die Wassereinlagerungen zu beseitigen.
 
Wassereinlagerungen werden immer wieder durch verschiedene Medikamente, während einer Schwangerschaft, bei hohen Außentemperaturen im Sommer, durch übermäßigen Alkoholkonsum oder Übergewicht begünstigt, wobei auch ältere Personen häufig über Wassereinlagerungen klagen.
 
Auch dann, wenn man einer vorwiegend stehenden Tätigkeit nachkommt, kann sich Wasser im Gewebe sammeln, sodass am Abend die Beine dicker als gewohnt sind. Treten die Schwellungen jedoch auch untertags auf, wobei die Betroffenen über Atemnot, Schmerzen und Hautverfärbungen klagen, muss ein Arzt kontaktiert werden. Jene Symptome können auch auf schwerwiegende Erkrankungen hindeuten – mitunter etwa auf eine Thrombose.
 
Mitunter können Wassereinlagerungen auch durch Herzerkrankungen, Tumore oder Stoffwechselerkrankungen entstehen. Erkrankungen wie Allergien, Herzinsuffizienz, Venenentzündung, Leberzierrose, Knochentumore und Eiweißmangel stehen im direkten Zusammenhang mit Wassereinlagerungen.
 

Helfen Entwässerungstabletten tatsächlich?

Entwässerungstabletten sind diuretische Medikamente, welche eine harntreibende Wirkung haben. Durch die Einnahme kann das Wasser verstärkt ausgeschieden werden. Jedoch ist zu beachten, dass es sich dabei um eine Behandlung der Symptome handelt; Wassereinlagerungen haben jedoch immer einen Grund, sodass jener medizinisch abgeklärt werden sollte, wenn sich immer wieder Wassereinlagerungen bilden.

 
Helfen Entwässerungstabletten tatsächlich?

Helfen Entwässerungstabletten tatsächlich?

 
Auf Grund der Tatsache, dass die Tabletten das Blutvolumen senken, wirken sie blutdrucksenkend und herzschonend. Zu beachten ist, dass Entwässerungstabletten aber nicht nur die unnötigen Flüssigkeiten aus dem Körper leiten, sondern auch Mineralstoffe. Vor allem handelt es sich dabei um den Verlust von Kalium.
 
Ein sogenannter Kalium-Mangel ist möglich; Symptome eines Kalium-Mangels sind Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe oder auch Verstopfung. Mitunter können die Entwässerungstabletten auch den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen, für erhöhte Harnsäurewerte sorgen oder auch einen Magnesium-Mangel hervorrufen. Entwässerungstabletten sorgen auch für eine automatische Gewichtsabnahme.
 
Jedoch gelten die Präparate nicht als Schlankheits- oder Diät-Mittel; das Gewicht wird nicht auf Grund von Fettverlust, sondern rein wegen dem Flüssigkeitsverlust reduziert. Personen, die an Magersucht oder Bulimie erkrankt sind, nehmen Entwässerungstabletten ein, um ihr Gewicht zu reduzieren bzw. eine Gewichtszunahme nach Fressattacken zu verhindern. Vor allem Personen, die unter einer Essstörung leiden, sollten keine Diuretika verordnet bekommen, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Tabletten missbräuchlich verwendet werden, hoch ist.
 
 
Was sollte der Patient berücksichtigen?

Damit ein Kalium-Mangel vorgebeugt werden kann, sollte der Mediziner im Vorfeld bereits Nahrungsergänzungsmittel verordnen oder dem Patienten eine Liste kaliumreicher Lebensmittel anfertigen, sodass es zu keinen Mangelerscheinungen kommen kann. Kaliumreiche Lebensmittel sind Feigen, Spinat oder auch Bananen und Kartoffel.

 
Wichtig ist, dass der Betroffene die Dosierungsanleitungen genau einhält und keine Selbstdosierungen vornimmt. Eine zu schnelle Ausschwemmung der Wassereinlagerungen führt mitunter zu einer Exsikkose, der klassischen Austrocknung.
 
Die Tabletten werden im Idealfall am Morgen eingenommen. Nimmt der Betroffene die Tabletten hingegen am Abend, besteht die Gefahr, dass er durch den nächtlichen Harndrang geweckt und somit der Schlaf gestört wird. Verordnet der Mediziner Entwässerungstabletten, weil der Patient an einer Herzkrankheit leidet, sollte jener sein Körpergewicht – in regelmäßigen Abständen – kontrollieren. Eine Überwässerung bedeutet eine rasche Gewichtszunahme, sodass hier – oftmals selbstständig – die Dosierungen leicht verändert werden können.
 
 
Gibt es eine Alternative zu Entwässerungstabletten?

Die Mehrheit aller Entwässerungstabletten sind rezept- bzw. verschreibungspflichtig. Es gibt jedoch auch Alternativen, wie Wassereinlagerungen – ohne Medikamente – bekämpft werden können. An heißen Sommertagen, wenn die Beine bereits geschwollen sind, sollte man die Salzmenge reduzieren. Salz bindet Wasser; stark salzige Lebensmittel können in weiterer Folge die Wassereinlagerungen begünstigen.

 
Hier sind vor allem frisch gekochte Mahlzeiten ratsam. Fertigprodukte enthalten viel Salz, sodass jene – vor allem während heißen Sommertagen – gemieden werden sollten. Bewegungen hilft ebenfalls, Wassereinlagerungen zu vermeiden bzw. abzubauen.
 
Vor allem dann, wenn die Betroffenen einer stehenden Tätigkeit nachgehen, sollten jene – nach dem Dienst – Sport machen bzw. sich zumindest körperlich betätigen.
 
Treten die Wassereinlagerungen aufgrund einer bestehenden Schwangerschaft auf, sind Entwässerungstabletten keinesfalls ratsam. Stützstrümpfe oder das Hochlagern der Beine stellen zwei Optionen dar, die ebenfalls dafür sorgen, dass die Schwellungen zurückgehen. Auch kühlende Fußbäder können dafür sorgen, dass die Beine wieder dünner werden.
 
Eine weitere Option ist die Lymphdrainage. Jene Massageform wird in Kosmetikstudios und Physiotherapiepraxen angeboten; dabei können Wassereinlagerungen dahingehend behandelt werden, da man Störungen im Lymphsystem bekämpft. Die Lymphdrainagen sorgen für eine Entspannung der Muskulatur und regen den Wasserabtransport an. Lebensmittel wie Spargel, Holunder, Ananas, Reis oder Löwenzahn Tee wirken ebenfalls entwässern und sollten, wenn sich Wassereinlagerungen gebildet haben, vorwiegend am Speiseplan vertreten sein.
 
 
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